Grüne und magentafarbene Polarlichter tanzen über der dunklen Flensburger Förde, Spiegelung auf dem Wasser, Bäume am Horizont
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    Polarlichter über der Flensburger Förde — Nordlichter über der Ostsee

    Polarlichter denken die meisten Menschen sofort mit Norwegen, Island oder Lappland zusammen. Doch seit 2023 ist klar: Auch über der Flensburger Förde tanzt das Nordlicht — und das in einer Dichte, die es seit Jahrzehnten nicht gegeben hat. Mehrere starke Sonnenstürme haben in den letzten Jahren grüne, rote und violette Schleier weit nach Süden gezogen, bis weit über Schleswig-Holstein und die Ostsee hinaus. Wer mit Blick nach Norden über das Wasser wohnt — wie an der Villa Boreal — hat dabei einen entscheidenden Vorteil.

    Was sind Polarlichter überhaupt?

    Polarlichter (Aurora Borealis im Norden, Aurora Australis im Süden) entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen der Sonne — der sogenannte Sonnenwind — auf das Magnetfeld der Erde treffen. In rund 100 bis 300 Kilometern Höhe regen sie Sauerstoff- und Stickstoffatome an, die ihre Energie als farbiges Licht wieder abgeben: Sauerstoff leuchtet typischerweise grün und in größerer Höhe rot, Stickstoff violett bis blau. Normalerweise sind diese Lichter auf einen Ring um den geomagnetischen Pol beschränkt — den sogenannten Polarlicht-Oval. Erst wenn ein starker koronaler Massenauswurf (CME) die Erde trifft, dehnt sich dieser Ring weit nach Süden aus — und wir sehen ihn auch hier.

    Warum man Nordlichter jetzt auch in Norddeutschland sieht

    Die Sonne durchläuft etwa alle elf Jahre einen Aktivitätszyklus. Das aktuelle Solarmaximum des 25. Zyklus wurde 2024 erreicht und reicht bis voraussichtlich 2026/2027 — eine der aktivsten Phasen seit Jahrzehnten. In dieser Zeit häufen sich starke Sonnenstürme, und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass das Polarlicht-Oval bis nach Schleswig-Holstein reicht. Hinzu kommt: Die Kameras moderner Smartphones nehmen heute selbst schwache, mit bloßem Auge kaum sichtbare Auroras klar in Grün und Magenta auf. Vieles, was früher unbemerkt blieb, wird heute fotografiert — und löst die Erkenntnis aus, dass Polarlichter über Norddeutschland gar nicht so selten sind, wie wir dachten.

    Spektakuläre Sichtungen der letzten Jahre

    Drei Ereignisse sind in Erinnerung geblieben. In der Nacht zum 10. Mai 2024 löste ein extremer geomagnetischer Sturm der Klasse G5 — der stärkste seit über 20 Jahren — weltweit Polarlichter aus; Fotos aus Flensburg, Handewitt, Wanderup, von Holnis und der dänischen Seite bei Kollund zeigten meterhohe rote und grüne Säulen direkt über der Förde. Auch im November und Dezember 2023 tanzten mehrfach Nordlichter über Schleswig-Holstein, dokumentiert unter anderem vom NDR und der Sternwarte Neumünster. Und in der Nacht auf den 21. Januar 2025 erlebten Beobachter zwischen Sylt, Flensburg und Kiel erneut ein farbenfrohes Schauspiel — viele rieben sich verwundert die Augen, weil sie damit so weit südlich nicht gerechnet hatten. Auch kleinere, ruhigere Ausbrüche im Herbst 2024 und Frühjahr 2025 wurden regelmäßig fotografiert.

    Beobachten von der Villa Boreal aus

    Grüne und magentafarbene Polarlichter tanzen über der dunklen Flensburger Förde, Spiegelung auf dem Wasser, Bäume am Horizont

    Wer Polarlichter sehen will, braucht drei Dinge: freie Sicht nach Norden, möglichst wenig Streulicht — und Glück mit der Sonnenaktivität. Die Villa Boreal liegt direkt am Ufer der Flensburger Förde mit ungestörtem Blick übers Wasser nach Norden, Richtung dänische Küste. Lichtverschmutzung ist hier deutlich geringer als in der Flensburger Innenstadt — eine wichtige Voraussetzung. Wenn der Himmel klar ist und ein Sonnensturm angekündigt wird, sind die Terrasse am Wasser und der kleine Strand direkt vor dem Haus zwei der besten Logenplätze der Region. Auch von der nahen Halbinsel Holnis (etwa fünf Autominuten) und vom Steg in Bockholmwik öffnet sich der Blick weit über die Förde — beides klassische Spots für Astrofotografen aus Flensburg und Sønderborg.

    Praktische Tipps: Apps, Wetter, beste Zeit

    Die beste Saison ist von September bis April, weil die Nächte lang und dunkel genug sind. Im Sommer wird es in Norddeutschland nachts schlicht nicht dunkel genug. Hilfreiche Werkzeuge sind die Apps „Polarlicht Vorhersage“, „My Aurora Forecast“ oder die Webseite des amerikanischen NOAA (Kp-Index): Ab Kp 6 lohnt es sich, hier in den Himmel zu schauen, ab Kp 7 sind Polarlichter meist mit bloßem Auge zu sehen. Wichtig: Lange genug die Augen an die Dunkelheit gewöhnen (mindestens 15 Minuten), das Handy-Display rot stellen oder weglegen und immer auch ein Foto Richtung Norden machen — die Kamera sieht oft, was das Auge gerade noch nicht erfasst. Für Fotos genügen ein Stativ, 8–15 Sekunden Belichtung, ISO 1600–3200 und eine möglichst lichtstarke Optik.

    Fazit

    Was lange Zeit als reines Skandinavien-Erlebnis galt, ist an der Flensburger Förde in den letzten Jahren mehrfach Realität geworden — und wird es im laufenden Solarmaximum voraussichtlich auch noch öfter sein. Mit etwas Geduld, einer Wetter- und Aurora-App und einer Nacht am Wasser stehen die Chancen für die eigene Nordlicht-Geschichte hier so gut wie selten. Wer ohnehin schon einmal davon geträumt hat, kann jetzt eine Nacht mit Blick nach Norden anfragen — passend benannt nach Aurora Borealis, dem Polarlicht des Nordens.

    Lesen Sie auch unsere Artikel zu den Stränden der Flensburger Förde, zur Halbinsel Holnis und zum Winterurlaub an der Förde.

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