Herbstlicher Buchenwald mit Waldweg und schimmerndem Waldsee im Glücksburger Wald an der Flensburger Förde
    JOURNAL
    Region·9 MIN

    Der Glücksburger Wald: 600 Hektar Buchen, Waldseen und Großsteingräber

    Die meisten Gäste kommen wegen des Wassers an die Flensburger Förde. Doch keine 300 Meter hinter der Küstenlinie beginnt eine zweite, viel stillere Landschaft: 600 Hektar Wald, die fast vollständig zum Stadtgebiet Glücksburg gehören und Teil des Staatsforstes Flensburg sind. Alte Buchen, zwei Waldseen, Großsteingräber aus der Steinzeit, ein Wildgehege und ein Hochmoor — alles fußläufig oder in wenigen Radminuten von der Villa Boreal erreichbar. Ein Wegweiser durch die vier Glücksburger Wälder.

    Vier Wälder, ein Name

    Was heute „Glücksburger Wald“ heißt, ist genau genommen kein einziger Wald, sondern ein Verbund aus vier Gebieten: dem Schlosswald rund um das Wasserschloss, dem Friedeholz im Osten, dem Tremmeruper Wald im Südwesten und dem Forst Wille direkt an der Förde. Straßenbau und das Wachstum des Ortes haben die Flächen im Lauf der Zeit voneinander getrennt — zusammen bringen sie es dennoch auf rund 600 Hektar mit 24 nachgewiesenen Baumarten. Der Bestand ist fast durchweg staatlich, also frei zugänglich.

    Roikier See und Westerwerker See — die Waldseen

    Im Zentrum des Tremmeruper Waldes liegt der Roikier See, der einzige echte Waldsee der Landschaft Angeln; im Norden folgt der kleinere Westerwerker See. Beide haben eine klösterliche Vergangenheit: Sie versorgten einst das Rudekloster mit Süßwasser und Fisch. Heute sind sie vor allem eines — außergewöhnlich ruhig. Wer morgens früh dort ist, hat den Uferweg meist für sich, dazu Buchenbestände, die stellenweise über 200 Jahre alt sind.

    Der Dolmenpfad im Friedeholz

    Der wohl spannendste Weg ist der rund fünf Kilometer lange Dolmenpfad durch das eiszeitlich geformte Friedeholz. Der beschilderte archäologisch-naturkundliche Rundweg berührt zehn Großsteingräber und Grabhügel aus einer über 5.000 Jahre alten Besiedlung. Unterwegs liegen außerdem das Wildschweingehege, ein Waldspielplatz und das Hochmoor „Elfenwiese“ — eine Kombination, die Kindern die Strecke im Nu verkürzt. Eine informative Broschüre gibt es in der Tourist-Information.

    Forst Wille: Windgeformte Bäume an der Förde

    Direkt am Wasser, bei Meierwik, steht der Forst Wille. Auffällig sind hier die bizarren, vom Seewind geformten Wuchsformen vieler Bäume. Im Osten des Waldes liegt der Waldfriedhof „RuheForst“ — ein Ort, an dem man sich entsprechend zurückhaltend bewegt. Von Meierwik aus lässt sich der Waldbesuch gut mit einem Abschnitt der Fördepromenade oder einer Fördeschifffahrt verbinden.

    Drei Runden ab der Villa Boreal

    Erstens: Sandwig – Kurpark – Schlosswald – Wasserschloss. Eine der schönsten Kurzwanderungen der Region, weil sie Promenade, Wald und Schlossteich in einer Runde verbindet. Zweitens: die Familienrunde durch das Friedeholz zu Wildgehege und Waldspielplatz. Und drittens der Tremmeruper Wald mit Roikier See — die stillste der drei Optionen, ideal bei Wind oder Nieselwetter, weil der Buchenbestand viel abhält.

    Wer mehr will, steigt in den Fördesteig ein: Der über 95 Kilometer lange Fernwanderweg führt in zwölf Abschnitten von der dänischen Grenze über Flensburg, Solitüde und Glücksburg rund um Holnis bis nach Kappeln. Einzelne Etappen lassen sich bequem als Tagestour mit Rückfahrt per Bus planen.

    Mit Hund und zu Pferd

    Im Tremmeruper Wald sind rund 20 Kilometer Reit- und Wanderwege ausgewiesen, darunter einige hundert Meter Hundefreilaufzone. Ansonsten gilt im Wald die Leinenpflicht, besonders in der Brut- und Setzzeit von März bis Juli. Für Reiterinnen und Reiter ist das Wegenetz eine der besten Adressen der Förde-Region — geritten wird auf den ausgewiesenen Reitwegen.

    Wann es sich am meisten lohnt

    Im April und Mai steht das Buchenlaub in jenem kurzen, fast durchsichtigen Grün, für das der Norden bekannt ist; der Waldboden ist dann noch hell. Der Oktober bringt Laubfärbung und Pilze, der Winter kahle Sichtachsen bis auf die Förde. Und an Regentagen ist der Wald ohnehin die bessere Wahl als der Strand: Das Kronendach hält erstaunlich viel ab.

    Praktisches

    Die Wege sind naturbelassen; feste Schuhe lohnen sich nach Regen. Feuer, Zelten und das Verlassen der Wege im Naturschutzgebiet sind nicht erlaubt. Karten und den Wanderwege-Flyer gibt es bei der Tourist-Information Glücksburg, Schinderdam 5, 24960 Glücksburg. gluecksburg-urlaub.de

    Fazit

    Strand und Wald liegen hier keine zehn Minuten auseinander — das ist die eigentliche Qualität von Glücksburg. Wer in der Villa Boreal wohnt, kann den Tag am Wasser beginnen und im Buchenwald enden lassen. Termine für die Saison ab Q2 2026 lassen sich jederzeit über die Warteliste anfragen .

    Passend dazu: Wandern & Radfahren an der Förde, unsere Seite zur Halbinsel Holnis sowie Tipps für Familien mit Kindern.

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